Der Bund

Die Ferienverbindung Neapolitania zu Neustadt ist ein Zusammenschluss von Schülern und ehemaligen Schülern des Arnold-Gymnasiums Neustadt

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, Freundschaften zu fördern, die über die Schulzeit hinaus Bestand haben. Aus diesem Grunde organisieren wir die unterschiedlichsten
Veranstaltungen, zu denen immer wieder Bundesbrüder aus nah und fern zusammenkommen. 

Wir bieten allen Mitgliedern unseres Bundes gegenseitige Hilfe in Schule, Studium und Beruf, die Möglichkeit, einen großen und Generationen übergreifenden Freundeskreis zu erschließen sowie zahlreiche gemeinsame Unternehmungen. Dabei können wir auf eine 114 Jahre währende Tradition zurückblicken. 

Wir sind, politisch und konfessionell ungebunden, die Verbindung zu Neustadt und zur Schule!

Der Zweck der Neapolitania

Gleich zu Beginn der Statuten der Neapolitania ist ihre grundsätzlich Struktur und elementare Zielsetzung beschrieben:

Die Neapolitania ist eine farbentragende, nichtschlagende Ferienverbindung und hat den Zweck, Freundschaft, Geselligkeit und die Pflege deutschen Wesens unter den Mitgliedern zu fördern.

Welche Inhalte verbinden wir mit diesen Begriffen?

Das Wesen der Neapolitania

Die Neapolitania ist eine Verbindung. Sie steht damit in einer über 200 Jahre währenden Tradition studentischer Vereinigungen und unterscheidet sich dadurch von anderen Gruppierungen, insbesondere von Vereinen, bei denen ein beliebiges Ein- und Austreten möglich ist. Wesentliche Prinzipien aller Korporationen modernen Typs sind der Freundschaftsgedanke (Bundesbrüderlichkeit), das Lebensbundprinzip, (Mitgliedschaft über die Schulzeit hinaus bis zum Tode) sowie der Ehrenkodex (Conventsprinzip, jeder Bundesbrüder hat ggf. vor den demokratischen Institutionen der Verbindung Rechenschaft abzulegen). Das Selbstverständnis der Neapolitania als Verbindung wird weiterhin durch bestimmte verbindungsspezifische Strukturen, wie z. B. die Gliederung der Mitgliedschaft (mehr dazu unter "Bundesbrüder"), und Wahl entsprechende Veranstaltungsformen deutlich.

Sie trägt die Bezeichnung Ferienverbindung (auch Ferialverbindung). Dies ist in erster Linie historisch bedingt (vgl. die Ausführungen hierzu unter "Geschichte"). Heutzutage weist die Neapolitania aber zahlreiche Elemente einer Schülerverbindung auf, so werden nahezu ausschließlich Schüler des Arnold-Gymnasiums, das als Stammschule bezeichnet wird, aktiv und die Verbindungsveranstaltungen sind über das ganze Jahr verteilt (vgl. unser Programm). Gleichzeitig sind jedoch noch Aspekte einer Ferienverbindung aktuell, so erfolgt die Philistrierung (der Übertritt in den Altherrenverband) nicht bereits unmittelbar nach dem Ende der Schulzeit, sondern richtet sich nach der Zahl der Burschensemester und dem Eintritt in das Berufsleben.

Die Neapolitania ist farbentragend. Das Tragen von Band und Mütze ist ein wesentliches Erkennungsmerkmal für eine Korporation und unterscheidet sie schon rein äußerlich von anderen Zusammenschlüssen wie Vereinen oder Stammtischen. Farben tragen heißt für uns auch Farbe zu bekennen, für die Verbindung und ihre Ziele einzustehen.

Sie ist des weiteren nichtschlagend. Dies bedeutet, dass die Neapolitania von ihren Mitgliedern weder die Ableistung einer oder mehrerer Bestimmungsmensuren fordert, noch ein Einpauken der Mitglieder leisten kann. Wir lehnen jedoch die Mensur an sich nicht ab. Vielmehr steht es jedem Bundesbruder frei, sich einer schlagenden Studentenverbindung anzuschließen und zu fechten. Ob früher auch auf die Farben der Neapolitania Mensuren ausgetragen wurden, ist zumindest fraglich (vgl. Näheres unter "Geschichte").

Die Zielsetzung der Neapolitania

Diese ist die Förderung folgender drei Grundprinzipien:

Freundschaft. Nicht umsonst wird die Freundschaft als erstes genannt, wenn auch die anderen beiden Elemente unserer Zielsetzung nicht weniger von Bedeutung sind. Auf einen Freund muss man sich stets verlassen und ihm vertrauen können. Thomas von Aquin meint, Freundschaft beinhalte, dass die Freunde das Gleiche wollen und das Gleiche denken. Freundschaftliches Verhalten ist daher uneigennütziges, die Gemeinschaft förderndes Verhalten. Die Gleichberechtigung aller Bundesbrüder hält den einzelnen dazu an, den anderen zu achten und gleichzeitig Verantwortung für ihn zu übernehmen. Erstes und wichtigstes Gebot freundschaftlichen Verhaltens ist, dass die Freunde miteinander kommunizieren. Der freundschaftliche Rat ist zu begrüßen und auch anzunehmen. Berechtigte positive und negative Kritik von Bundesbruder zu Bundesbruder – sei es im persönlichen Gespräch oder öffentlich vor dem Convent – ist stets unter diesem Aspekt zu betrachten, denn sie dient der charakterlichen Bildung und der persönlichen Entwicklung. Freunde haben voreinander keine Geheimnisse, sie wissen von den Schwierigkeiten, aber auch von dem Glück des anderen, nehmen Anteil daran und stehen dem anderen in geistigen und materiellen Nöten bei. Teilnahmslosigkeit ist daher das genaue Gegenteil von Freundschaft; vielmehr interessiert sich ein Freund für das Befinden des anderen und steht ihm mit Rat und Tat zur Seite, auch wenn einmal harte Worte notwendig sein sollten. Ein Bundesbruder soll dem anderen nicht nur Bekannter oder Trinkkumpan sein, sondern wahrer Freund. Dies erscheint auf den ersten Blick deshalb problematisch, weil die Neapolitania über 100 Mitglieder hat und viele davon dem einen oder anderen vielleicht  nicht einmal vom Namen her bekannt sind. Dennoch ist auch hier zu verlangen, dass jeder Bundesbruder dem anderen freundschaftlich, das heißt mit positiver Grundhaltung, die von Aufgeschlossenheit, Offenheit, Toleranz und Interesse geprägt ist, gegenübertritt. In einer Verbindung ist das Prinzip der Freundschaft quasi institutionalisiert. Dabei bilden sich naturgemäß Schwerpunkte heraus, die zumeist im Verhältnis zwischen den Aktiven einer Generation oder zwischen den Leibfamilien besonders zum Ausdruck kommen. Darüber hinaus legt aber die korporative Gemeinschaft besonderen Wert auf den Grundsatz der Lebensfreundschaft, die als bewusster Bund dauerhaft angelegt ist (Lebensbundprinzip). Die Lebensfreundschaft in Verbindungen erstreckt sich dabei nicht nur auf den jeweils gleichaltrigen Kreis von Bundesbrüdern, sondern verbindet alle Generationen in gleicher Weise. Es ist bei alledem durchaus legitim, die Erfahrungen der anderen Bundesbrüder, aber auch deren Hilfestellung zu nutzen und ggf.  einzufordern. Positive Begleiterscheinung der Zugehörigkeit zu einer Verbindung ist die Möglichkeit, die im Rahmen der Verbindung geknüpften Kontakte zu nutzen.

Geselligkeit. Die Pflege der Geselligkeit dient dazu, das freundschaftliche Verhältnis unter allen Bundesbrüdern zu fördern, zu intensivieren, mit Leben zu erfüllen und allgemein der Freude am Verbindungsleben Ausdruck zu verleihen. Die mannigfaltigen Veranstaltungen, die die Neapolitania im Laufe des Verbindungsjahres anbietet, bilden den Rahmen, in dem alte Freundschaften vertieft und neue Kontakte geknüpft werden können. Die Neapolitania gibt einen festen Bezugspunkt gerade auch für Bundesbrüder, die ihre Heimatstadt verlassen haben. Sie ist eine Institution, die zuverlässig den Kontakt aufrecht erhält, indem beständig Veranstaltungen organisiert und angeboten werden. Dieser Aspekt erhält gerade in einer Zeit, da junge Menschen um ihres beruflichen Fortkommens Willen immer mehr dazu gezwungen sind, den heimatlichen Gefilden für kürzere oder längere Zeit Lebewohl zu sagen, besonderes Gewicht. Als Verbindung pflegt die Neapolitania die Geselligkeit vor allen Dingen in Form der studentischen Kneipe. Aber auch viele andere Veranstaltungsarten stellen unter Beweis, dass unser Bund auf der Höhe der Zeit ist.

Pflege deutschen Wesens. Für uns Neapolitanier ist die Pflege deutschen Wesens gleichbedeutend mit dem Erhalt und der Vermittlung von Werten sowie der Pflege der Wissenschaften. Solche Werte können – die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – z. B. sein: Aufrichtigkeit, Treue, Moral, Wahrhaftigkeit, Hilfsbereitschaft, Traditionsbewusstsein,  Einsatzbereitschaft, Gemeinschaftssinn, Fleiß, Gerechtigkeit, Pflichtbewusstsein, Charakterfestigkeit, Höflichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Disziplin, Loyalität, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Patriotismus usw. Teilweise werden die genannten Werte als typisch deutsche Tugenden benannt und geschätzt. Dieses Attribut mag durchaus zutreffen, darf jedoch bei alledem nicht überbewertet werden, denn die genannten Werte sind international, wenngleich sie auch im Deutschen Volk vielleicht besonders ausgeprägt waren oder sind. Es sind diejenigen Werte, die besonders vom Bürgertum der wilhelminischen Ära, also der Zeit unserer Gründung, hochgehalten wurden und unter anderem Wesensmerkmale der oftmals beschriebenen „sozialen Kompetenz“ sind, welcher gerade auch in unserer Zeit wieder eine große Bedeutung zukommt (vgl. dazu die Titelgeschichte des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“, Ausgabe 28/2003). In Verbindungen wurden diese Ideale unbeirrt bewahrt, was ein Grund dafür sein mag, dass die so genannte 68er-Bewegung, die sämtliche Regeln für das Zusammenleben als Einengung empfand und stattdessen die unbegrenzte Freiheit proklamierte, so vehement gegen die Korporationen agitierte. Einige der genannten Ideale bilden auch die Voraussetzung für eine echte Freundschaft, wie dies bereits beschrieben wurde. Insofern liegt also in weiten Bereichen eine inhaltliche Überschneidung der genannten Prinzipien vor. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde auch die Pflege der Wissenschaften mit in dieses Prinzip einbezogen. Dies ist für uns Anlass, eine enge Zusammenarbeit mit unserer Stammschule, dem Arnold-Gymnasium Neustadt, zu suchen. Mit Leben erfüllt wird dies z. B. durch die Förderung verschiedener schulischer Projekte.

Zweck der Verbindung ist die Förderung all dieser Grundsätze. Hierdurch wird zum Ausdruck gebracht, dass nicht sogleich mit dem Eintritt die genannten Ziele gegenüber jedermann als erreicht gelten können. Vielmehr kann und soll die Verbindung lediglich den Boden bereiten, auf dessen Basis die Ideale realisierbar  sind. Jeder einzelne stets Verantwortung dafür und muss seinen Beitrag leisten, den genannten Leitbilder zur Geltung zu verhelfen. Insofern wird den Bundesbrüdern also eine Richtschnur für das Miteinander an die Hand gegeben, an der sie sich im Sinne eines gedeihlichen Zusammenwirkens innerhalb der bundesbrüderlichen Gemeinschaft ausrichten sollen.

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